Wie strukturiert man eine spannende und berührende freie Trauung?

Ganz egal wie gross die Schreibkünste eines Zeremonienleiters sind: Wenn er die Rede schlecht strukturiert, wird sie nicht die erwünschte Wirkung entfalten. Die Struktur ist bei jeder Erzählform zentral. Das wussten schon die alten Griechen. Aber auch alle Bücher, TV-Serien, Spielfilme, Reden und sogar kurze Wortmeldungen und Witze funktionieren nur dann richtig gut, wenn der Aufbau des Textes sorgsam geplant ist.

Ich rate aus diesem Grund immer zu einem Dreiakter.

Erster Akt: Die gemeinsame Geschichte

Dies ist der für das Brautpaar aufwändigste Teil. Denn damit der Zeremonienleiter einen starken Text hat, muss er über die nötigen Informationen verfügen. Und diese erhält er selbstredend am besten vom Brautpaar selber. Um die Fakten zu erfahren, muss er quasi wie ein Journalist investigativ vorgehen. So eine Befragung dauert bei mir fast immer mindestens zwei Stunden. Doch die Arbeit lohnt sich! Denn die Gäste kommen ja zur Hochzeitszeremonie weil sie das Brautpaar kennen und mögen. Und wenn es dem Hochzeitsredner gelingt, Dinge zu erzählen, die weder der beste Kumpel des Bräutigams noch die Mutter der Braut schon kennt, hat er alles richtig gemacht. Und wenn er das mit der richtigen Prise Humor und Ernsthaftigkeit mischt, dann ist dieser erste Teil immer gelungen. (Ich pflege jeweils zu sagen, dass die Kunst des Zeremonienleiters darin besteht, den besten Kumpel nicht zu langweilen und gleichzeitig die Grossmutter nicht zu schockieren. Es ist leicht, niemanden zu langweilen, wenn man einfach Tabus bricht und Ungehöriges von sich gibt. Und es einfach, niemanden zu schockieren wenn man schilcht und einfach nur Gemeinplätze und Reingewaschenes von sich gibt. Die Mischung macht’s! Und wenn der Erzähler gut ist, kann er ruhig auch die Stolpersteine erwähnen. Zum Beispiel dass sie das Paar zwischendurch sogar mal getrennt hat. Denn alle wahrhaft romantischen Geschichten bestehen auch aus mindestens einer Krise. Aber um das zu tun, muss ein Hochzeitsredner sein Handwerk auch wirklich verstehen.

 

Zweiter Akt: Das gemeinsame Thema

Ein wunderschöner Ort für eine freie Trauung im Kanton Zürich ist die  Moschti Stäfa . Unter dem Weiden-Pavillon findet gut 50 Leute Platz!

Ein wunderschöner Ort für eine freie Trauung im Kanton Zürich ist die Moschti Stäfa. Unter dem Weiden-Pavillon findet gut 50 Leute Platz!

Der erste Akt meiner freien Trauungen ist in der Regel schwungvoll, anekdotisch und durchaus auch lustig. Nein, keine Schenkelklopfer, kein schwarzer sondern ganz feiner Humor. Nur harmlose Witze über den Bräutigam und überhaupt keine Witze auf Kosten der Braut. (So zumindest meine Empfehlung.)

Gäste und Brautpaar haben ein paar Mal lachen können. Und das wollen sie in der Regel auch. Fast alle Paare sagen mir, dass sie sich eine lockere Trauung wünschen. Das freut mich, allerdings muss ich jeweils einschränken. Denn das Eheversprechen ist ja durchaus auch eine ernste Sache. Und damit das auch so empfunden wird, muss man zumindest vorübergehend auf Witze verzichten. Dazu ist der zweite Akt da. Es werden keine Anekdoten mehr erzählt sondern es wird ein kleines bisschen “philosophiert”. Aber Achtung: hier laufen auch geübte Redner Gefahr, einen - zumindest aus meiner Sicht - dicken Fehler zu machen. Ich rate stark davon ab, zu predigen oder die Welt zu erklären. Viele Redner sind selbstbewusst und meinen, dass sie der Welt etwas zu geben haben. Das mag auch stimmen. Aber meiner Meinung nach, ist das nicht der Moment. Meine Sicht der Dinge: die Gäste sind nicht gekommen, um meine Weisheiten zu hören oder sich missionieren zu lassen. (Bei freien Trauungen erst recht nicht.) Sondern sie sind gekommen, das Brautpaar zu feiern. Und drum sollte man in diesem Teil mit Ratschlägen zurückhaltend sein. Auf “Eherezepte” sollte ganz verzichtet werden. Damit das glückt, rate ich zu einem ganz kurzen zweiten Zeremonienteil: nur fünf bis acht Minuten.

 

Dritter Akt: Die ganze Action

Der Teppich ist ausgelegt, jetzt geht es an die Action. Ich lasse die beiden Trauzeugen (oder andere mutige Gäste) einen kurzen Wortbeitrag machen. Ich fordere das Brautpaar auf, sich ein Liebesbekenntnis auszusprechen. Ich lese ihnen die ausgewählten Fragen fürs Eheversprechen vor. Es folgt das Ja-Wort, dann der Tausch der Ringe und der Kuss. Und dann? Dann mach ich’s ganz, ganz kurz: nach weniger als einer Minute runde ich die Trauung ab indem ich das Paar beglückwünsche und allen weiterhin ein wunderschönes Fest wünsche. Die Leute sind dann fast erschrocken, dass es “schon vorbei” ist. Und das Brautpaar tritt den Auszug mit den grossen Gefühlen an, die jetzt ganz sicher noch durch sie strömen.

Fast alle Hochzeitsredner und Zeremonienleiter machen das nicht so. Sie reden weiter und weiter. Und weiter. Der Negativrekord, den ich als Gast erleben musste: nochmals 75 Minuten! Über zwei Stunden Trauung. Das ist keine Zeremonie, sondern eine Zumutung. Ein guter Redner weiss eben auch wann er schweigen soll. :-)

Der Musik-Leitfaden für die perfekte Freie Trauung

Die schönste Musik an einer Trauung ist immer live. Die grässlichste Musik an einer Trauung aber auch! :-)

Wenn Musiker ihr Handwerk verstehen, ist Live-Musik unschlagbar. Wenn aber der Vater der Braut seit 20 Jahren nicht mehr Geige gespielt hat, aber “für diesen besonderen Tag nochmals spielen will”, ist das nicht immer eine gute Idee. Denn es gibt nur eine Menschengruppe, die sich falsche Töne leisten kann: Kinder. Da ist es süss, wenn sie die Töne nicht treffen. Danach verfliegt der Charme des Laienhaften.

Live-Musik ist natürlich immer auch eine Budget-Frage: ich selber rate IMMER zu Musik. Wenn aber das Budget knapp ist, zögere ich nicht, dem Paar zu Musik ab CD respektive ab Speicherkarte zu empfehlen. Das ist dann vielleicht nicht immer gleich beeindruckend. Aber wenn man einen zweitklassigen Sänger an einer Freien Trauung zuhören muss, wie er einen Song von Leonard Cohen zerlegt, ist das sehr, sehr unschön. Dann hört man lieber gleich das Original.

Ich selber rate übrigens immer zu drei bis fünf Musikstücken - am liebsten sind mir vier. Das erste Lied spielt selbstverständlich zu Beginn der Trauung - zum Einzug der Braut (oder - im Falle eines gemeinsamen Einzugs - des Brautpaars). Die Trauung selber lasse ich am liebsten zweimal von Musik unterbrechen. Denn egal wie schön meine Worte sind: Zuhören ist ein intellektueller, eher anstrengender Akt und die Tränen kullern meistens erst wenn Musik erklingt. Das letzte Lied rundet die Hochzeitszeremonie ab und begleitet das Brautpaar während ihres Auszugs.

Mit keinem anderen Musiker habe ich mehr Zeremonien gemeinsam durchgeführt als mit Antonio Malinconico, einem wahren  Meister der klassischen Gitarre. (www.antonio.ch)

Mit keinem anderen Musiker habe ich mehr Zeremonien gemeinsam durchgeführt als mit Antonio Malinconico, einem wahren Meister der klassischen Gitarre. (www.antonio.ch)

Wem vier Lieder zuviel sind, kann die Trauung auch nur einmal mit Musik unterbrechen. Wer fünf Lieder ausgesucht hat und beim besten Willen auf keines verzichten kann, hat zwei Möglichkeiten: Entweder werden zu Beginn zwei Lieder gespielt: das erste um den Ton der Zeremonie zu setzen, direkt gefolgt vom Lied zum Einzug der Braut. Oder er kann zum Schluss zwei Lieder spielen: das vierte Lied nachdem der Hochzeitsredner den Gästen ein schönes Hochzeitsfest gewünscht hat und das fünfte und letzte Lied spielt ebenfalls direkt danach zum Auszug. In diesem Fall steht das Brautpaar dann einfach während des vierten Liedes vorne und schaut sich abwechselnd Gäste und Musiker an. Wenn man diese Version wählt, kann man als letztes Lied ein Instrumentalstück wählen. Das hat dann die elegante Folge, dass man nicht einem Sänger oder einer Sängerin den Rücken kehrt. Zwar sind sich das die Hochzeitssänger gewohnt, und so ist das nun mal bei Hochzeitszeremonien. Aber wirklich elegant ist es eigentlich nicht, nicht wahr? :-)

© Daniel Stricker zeremoniar.ch

 

 

 

 

 

Wieviel kostet ein Zeremonienleiter in der Schweiz?

Wenn man einen Redner für eine Hochzeit oder eine Abdankung sucht, ist ein wichtiger Punkt natürlich der Preis. Es gibt hier ein sehr grosses Spektrum. Manche Zeremonienleiter verlangen für eine Zeremonie nur CHF 300 oder CHF 500. Andere wiederum kosten weit über CHF 2000.-. Was ist der Unterschied?

Natürlich kann man nicht sagen, dass ein teurerer Zeremonienleiter automatisch auch besser ist. Doch wenn ein Zeremonienleiter für eine Freie Trauung nur gerade CHF 500.- kostet, darf man nicht erwarten, dass man dafür eine individuell verfasste Rede von einem Meister seines Fachs erhält. Eine Zeremonie enthält in der Regel zwischen 3000 und 6000 Wörtern. Das lässt sich nun mal nicht in Stundenfrist schreiben.

Die ganz günstigen Zeremonienleiter sind entweder Pensionierte, die sich einen Zustupf verdienen oder die Langeweile vertreiben möchten. Oder schlicht und einfach sehr unerfahren. Denn ein Zeremonienleiter mit Berufserfahrung weiss, dass er niemals von seinem Beruf leben kann wenn er für eine Zeremonie nur CHF 500 oder CHF 700 Franken verrechnet. Denn wie sollte er seine Unkosten decken und dazu noch Einnahmen in die Werbung reinvestieren um seinen Namen bekannt zu machen?

Dazu kommen die Vorbereitungsarbeiten, die Fahrtwege sowie die Steuern und Lohnnebenkosten, die die meisten Zeremonienleiter als selbständig Erwerbende abführen müssen. Eine individuell verfasste Zeremonie lässt sich auch unter Zuhilfenahme moderner Kommunikationsmittel nicht unter zehn bis 15 Arbeitsstunden bewerkstelligen. Zwanzig Arbeitsstunden pro Zeremonie sind auch für einen erfahrenen Zeremonienleiter schnell erreicht - vorausgesetzt, er macht sich die Mühe, einen individuellen Text zu schreiben und auf Copy/Paste zumindest weitgehend verzichtet.

 

Die Kosten für einen vollberuflichen Zeremonienleiter betragen in der Schweiz rund CHF 2000.- (Bild von einer Hochzeitszeremonie auf dem Golfplatz Sempachersee.  © zeremoniar.ch

Die Kosten für einen vollberuflichen Zeremonienleiter betragen in der Schweiz rund CHF 2000.- (Bild von einer Hochzeitszeremonie auf dem Golfplatz Sempachersee. © zeremoniar.ch

Die durchschnittlichen Kosten für eine Freie Trauung in der Schweiz beträgt CHF 1800.-. Für eine Abdankung werden im Schnitt ungefähr CHF 1100.- fällig. Die renommiertesten Zeremoniare kosten meist etwa 20% mehr, dafür erhält man dann in vielen Fällen einen echten Profi mit viel Berufserfahrung. Zeremonienleiter aus Zürich verrechnen meist mehr als Zeremonienleiter vom Land. Dies ist insofern gut zu wissen, als viele Zeremonienleiter mit einer Pauschale arbeiten. Ein Kunde aus Zürich, Bern oder Basel spart also unter Umständen Geld wenn er einen auswärtigen Zeremonienleiter bucht. Dass dieser vielleicht längere Fahrtwege auf sich nehmen muss, sind ja nicht die Sorge des Kunden - vorausgesetzt, er bucht einen Zeremoniar der schweizweit mit derselben Pauschale arbeitet.

Schwieriger ist es, das genaue Gehalt eines Zeremonienleiters zu berechnen, der nebst Fixum Fahrtwege und andere Spesen getrennt verrechnet - oder sogar vollumfänglich nach Aufwand Rechnung stellt. Für den Kunden mögen diese Angebote günstiger erscheinen - doch genau wissen kann er es nicht. Zumindest nicht bis die Rechnung ins Haus flattert. Und da hat es schon manch eine böse Überraschung gegeben. Im Zweifelsfall sollte man als Kunde drum mit dem Zeremonienleiter noch vor Auftragserteilung einen Fixpreis aushandeln - oder eben von Anfang an einen Zeremoniar wählen, der mit Pauschalen arbeitet. Denn die Vorbereitung ist ja eigentlich ein sehr schöner Teil einer Hochzeit, und dieser sollte nicht getrübt werden durch den Gedanken dass der Zeremonienleiter vielleicht nur darum so lange zu Besuch bleibt damit er am Ende des Tages eine Stunde mehr verrechnen kann.
 

Weitere Tipps rundum das sichere Buchen eines Zeremonienleiter habe ich als Experte beim Beobachter gegeben.


© zeremoniar.ch / Daniel Stricker

Der Leitfaden zur perfekten Sitzordnung während einer Freien Trauung

Nach den 5 wichtigsten Elementen für eine perfekte Freie Trauung ist dieser Punkt wohl der sechstwichtigste - und häufig viel zu wenig beachtet: das Setting von Bühne und Sitzreihen während einer Hochzeitszeremonie.

Anordnung der Sitzplätze für die Gäste

Die Sitzreihen bestehen in der Regel aus zwei Blöcken. Dazwischen wird ein Durchgang freigehalten für Ein- und Auszug des Brautpaars. Das hat sich bewährt. Gut möglich, dass diese Anordnung von den Kirchen übernommen wurden wo die Kirchenbänke ja fixiert und drum bei Hochzeiten zwingend übernommen werden mussten. Dagegen ist nichts einzuwenden. Ich empfehle meistens auch diese Bestuhlungsart.

Manchmal bieten sich aber auch nette Alternativen an. Zum Beispiel ist es möglich - und je nach Location sogar zwingend vorgegeben - dass das Brautpaar von der gegenüberliegenden Seite her zur Bühne schreitet. In diesem Fall macht es Sinn, auf den Gang zu verzichten - schliesslich sind die Mitteplätze ja auch die attraktivsten. Stattdessen lässt man die Hochzeitsgäste links und rechts dem Bestuhlungsblock entlang zu ihren Plätzen schreiten.

Ob man Stühle oder Bänke nimmt, ist Geschmacksache. In der Regel werden Stühle bevorzugt, da diese bequemer sind. Manchmal sind aber bereits Festbänke an der Location vorhanden, sodass es eine Budgetfrage ist ob man auf diese verzichten will und stattdessen Stühle ordert. Festbänke geben optisch nicht viel her, aber sobald man weisse Laken drüberlegt und an den Seiten ein klein wenig schmückt (mit Blumen, Ballons oder Herzen), fällt das nicht mehr auf.

 

Anordnung der Bühne

Bei religiösen Trauungen wendet sich das Brautpaar zumeist von den Gästen ab um sich Richtung Altar - also Gott - zuzuwenden. Denn natürlich sind die Gäste nicht gekommen um die Rücken des Brautpaars zu sehen. Bei einer Freien Trauung ist das zum Glück sowieso kein Problem. Da kann man sich voll an den Interessen und Wünschen der Menschen orientieren. Dass die Gäste nur den Rücken des Brautpaars zu sehen bekommen, wäre wohl einer der grössten Stimmungskiller überhaupt.

 

Doch das Brautpaar frontal zu den Gästen zu platzieren, ist ebenfalls nicht ideal. Die meisten Brautpaare fühlen sich unwohl dabei, weil sie sich ein wenig ausgestellt vorkommen. Drum empfehle ich das, was wir von zeremoniar.ch “Dreiecksanordung" nennen.

 

Dabei werden die Stühle das Brautpaars leicht seitlich platziert, der Zeremonienleiter stellt sich ein paar Meter neben dem Brautpaar auf. Die Stühle des Brautpaars sind weder voll auf die Gäste, noch voll auf den Zeremonienleiter ausgerichtet, sondern werden im 45-Grad-Winkel platziert, sodass das Paar einen gleichermassen guten Blick auf die Gäste und den Zeremonienleiter hat. So können alle alle ansehen - und die Emotionen können sich entfalten. Zwar ist der Zeremonientext der allerwichtigste Aspekt um Gefühle zu wecken, aber der direkte Blickkontakt wirkt als perfekter Verstärker. Das macht dem Zeremonienleiter die Arbeit leichter und die Trauung schöner.

 

Falls während der Trauung Live-Musik geplant ist, stellt man diese quasi in den Rücken des Zeremonienleiters, sodass der Zeremonienleiter die zentrale Position auf der Bühne einnimmt. Denn so kann der Zeremoniar während den Musikpausen einfach zwei, drei Schritte zurückgehen und das Brautpaar hat plötzlich - auf ganz elegante Weise - freien Blick auf die Musiker.

Beobachter-Artikel "Ritualbegleiter als Alternative"

Der 'Beobachter', die renommierte Schweizer Konsumenten- und Beratungszeitschrift, hat mich zurate gezogen um ihren Lesern Tipps zu geben, worauf bei der Wahl eines freien Zeremonienleiters zu beachten ist.

Abschrift

Sie suchen eine etwas andere Feier? Zeremoniar Daniel Stricker aus Tobel TG über Trauungen, Reden - und Honorare.


Suche

Eine erste Übersicht bietet www.zeremonienleiter.ch. Hier finden sich Angebote für Trauungen, Hochzeitsjubiläen, Partnerschaftssegnungen, freie Taufen, Namensgebungsfeiern oder Naturbestattungen. Wichtige Punkte beim Stöbern: Ist die Website professionell gestaltet und auf dem neusten Stand? Ist die Sprache präzis oder ausufernd, kitschig, welterklärerisch?


Auswahl

Wenn ein Anbieter oder eine Anbieterin sympathisch und kompetent erscheint, rufen Sie am besten an und lassen sich das Angebot erklären. “Da merkt man schnell, ob jemand für seine Arbeit brennt und man das Heu auf der gleichen Bühne hat”, sagt Zeremoniar Daniel Stricker. Fragen Sie auch Freunde und Bekannte, wen sie empfehlen würden. Wer in dieser Nische hauptberuflich bestehen kann, hat zufriedene Kunden, die gern Empfehlungen abgeben.


Anforderungen

Zeremonienleiter sollten gute Zuhörer und gute Autoren sein. sie verwenden nicht einfach Vorgefertigtes, sondern gestalten Feiern nach den Vorstellungen der Kunden. Die Geschichte, die Interessen und Leidenschaften des Brautpaars, der Eltern oder des Verstorbenen sollten im Zentrum stehen. Oft wünschen sich Kunden, dass etwa bei einer religionsneutralen Abdankung neben der Ritualbegleiter ein kirchlicher Vertreter ein paar Worte spricht. Solchen Wünschen sollte entsprochen werden.


Hintergrund

Viele Ritualbegleiter haben einen theologischen Werdegang. Für Daniel Stricker ist das aber kein ausschlaggebendes Kriterium. Für gute Reden und Reflexionen sei vielmehr literarische Bildung hilfreich, was geistliche Schriften meist einschliesse.


Kosten

Zeremonienleiter sind frei in ihrer Preisgestaltung. Nebenberufler verlangen 500 bis 1000 Franken, Profis kosten zwischen 1400 und 2400 Franken. Vorsicht: Einige Ritualbegleiter veranschlage ein Fixum und rechnen dann noch Kilometerkosten und Ähnliches dazu, was das Ganze intransparent macht. Zuverlässiger sind Pauschalen als Offerte: So gibt es keine bösen Überraschungen.


Weitere konkrete Beispiele für ein perfektes Eheversprechen

Im beliebtesten zeremoniar-Artikel überhaupt habe ich Euch die 7 besten Fragen für ein perfektes Eheversprechen für Deine Trauung verfasst.

Für die Fachzeitschrift "Swiss Wedding" (Ausgabe 04/15) habe ich im folgenden Artikel weitere Fragen verfasst:

Bei einer Hochzeit muss vieles stimmen: Die Torte muss üppig daherkommen und fein sein, das Kleid die Braut ins beste Licht rücken und die Location die Trauung passend umrahmen. Das Herzstück jeder Hochzeit aber ist das Eheversprechen, denn mit ihm beginnt die Ehe – und auf ihm gründet sie. 

Doch wie gelingt ein berührendes Eheversprechen? 

Als Erstes sollte man sich sehr genau überlegen, was die Beziehung vom Kennenlernen bis heute überhaupt so erfolgreich gemacht hat, dass man nun also heiraten will. Ist es die bedingungslose Ehrlichkeit gewesen? Die Fähigkeit, dem Partner auch mal einen riesengrossen Fehler zu verzeihen? Dass man sich immer gegenseitig eigene Ferien gegönnt hat? Hat man den Mut gehabt, auch unbequemen Gesprächen nicht aus dem Weg zu gehen?

 

Welches konkrete Eigenschaften haben die Beziehung bisher geprägt und möchte sich das Traupaar unbedingt bewahren? Ist es der gemeinsame Humor? Das Freuen über den Erfolg des anderen? Ist der Partner zu einem gestanden als man selber aufgrund von Stress oder gar Trauer unausstehlich war? Kennt man die Schwächen des Partners und ist man bereit, diese zu akzeptieren oder will man versuchen, sich und den Partner zu verändern? Wo liegen die eigenen Schwächen? Ist man sehr aufbrausend? Oder tendiert man dazu, Dinge totzuschweigen? Hat man eine hohe Anspruchshaltung in Bezug auf das Verhalten des Partners? Oder will man sich bewusst Freiheiten gönnen?

 

Erst wenn man das gewünschte Verhalten in ganz konkreten Dingen kennt, kann man einen Schritt zurückmachen und daraus die entprechenden Werte, die einem in der Ehe besonders wichtig sind, formulieren. Welche Werte sind für das Paar also entscheidend? Treue? Loyalität? Humor? Toleranz? Fleiss? Aufopferung? Aufrichtigkeit?

 

Nehmen wir an, Christian und Julia ist die gegenseitige Treue ein besonders wichtiger Punkt. In diesem Fall könnten sie sich Folgendes versprechen:

 

Willst Du, Christian, für Julia ein Gehilfe, Gefährte und Verbündeter sein?

Willst du gleichermassen ihr Schüler und ihr Lehrer sein?

Willst du mit ihr nicht nur die grossen Abenteuer des Lebens bestehen sondern auch die kleinen Dinge im Alltag mit ihr gemeinsam meistern?

Wirst du auch dann mit Julia reden wenn Schweigen einfacher wäre?

Versprichst du Julia deine ewige Liebe, willst du ihr treu sein, sie achten und ehren und den Rest deines Lebens mit ihr gemeinsam verbringen?

So antworte mit Ja.

 

Ein anderes Paar, nennen wir sie Raphael und Salomé, möchte sich gerade auch in der Ehe Freiraum lassen und versprechen sich zum Beispiel Folgendes:

 

Willst Du, Salomé, Raphael in guten Zeiten zum Lachen bringen, Dich mit ihr über Eure Erfolge freuen und stolz an ihrer Seite stehen?

Willst Du Raphael trösten wenn er traurig ist und mit ihm zu kämpfen, wenn ihm Unrecht widerfährt?

Willst du Raphael den Freiraum lassen damit er - und somit auch Eure Ehe -gedeihen können?

Willst Du seine Stärken fördern und seine Schwächen akzeptieren und seinen Fehlern gegenüber geduldig sein?

Willst Du, Salomé, für Raphael die beste Frau sein, der Du sein kannst?

Willst Du Raphael gegenüber immer loyal sein, ihn lieben und auch weiterhin gemeinsam mit ihm durchs Leben gehen?

So antworte mit Ja.

Manchen mögen all diese Überlegungen etwas zu philosophisch sein. Aber es lohnt sich, über das Eheversprechen nachzudenken. Ein Paar hat mir unmittelbar nach einer Zeremonie gesagt, dass sie an einem Abend ziemlich lange am Küchentisch über das Eheversprechen diskutiert, ja, fast gestritten haben, weil sie festgestellt haben, dass ihre Erwartungen nicht identisch waren. Und da ist es doch sicher besser, wenn man sich noch vor der Eheschliessung einig ist …

Swiss Wedding 04/2015

Swiss Wedding 04/2015

Erschienen in der Ausgabe 04/2015 von Swiss Wedding.

Die 5 wichtigsten Elemente für eine freie Trauung, die die Menschen berührt.

Eine freie Trauung bietet viele Möglichkeiten. Eine Hochzeit ohne Pfarrer bedeutet vor allem der Verzicht auf religiöse Themen zugunsten der Geschichte des Brautpaars.

Der Ablauf einer Trauung - vom Einzug über das Eheversprechen bis zum Auszug - kann sehr variabel gestaltet werden. Mehr Möglichkeiten bedeutet aber auch mehr Stolpersteine.

In diesem Video erkläre ich, welche Elemente besonders in Betracht gezogen werden müssen, damit eine freie Trauung das Brautpaar und die Gäste berührt und begeistert.

Die 5 wichtigesten Tipps:
- Wortbeiträge während der Trauung sind unschlagbar!
- Der Liebesgeschichte sollte während der Zeremonie viel Raum gegeben werden
- Budget: manchmal ist weniger mehr!
- Max. 45 Minuten und nach dem Kuss ist Schluss
- Nervosität ist gut (in Grenzen!)

Ein passender DJ für die Hochzeit

Ich hatte die Gelegenheit, mit dem erfahrenen DJ Reto Gerber aka Moon Rider zu reden:

In diesem Video erfährst Du:
- warum ein guter Club-DJ nicht unbedingt ein guter Hochzeits-DJ ist
- welche Musik sich an einer Hochzeit gut eignet - und worauf man besser verzichtet

Viel Spass beim Gucken! :-)
PS. DJ Moon Rider selber steht für Hochzeiten zur Zeit leider nicht zur Verfügung.

5 Tipps zur Traumhochzeit (bei beschränkten finanziellen Mitteln)

Lass uns über Geld reden. :-)

Geld kann helfen..

Wie oft im Leben ist Geld natürlich hilfreich. Und Geld kann auch eine Hochzeit verschönern. Man heuert den besten Fotografen an, wählt einen Palast als Location und kann den Gästen Essen bieten, das sie lange nicht mehr vergessen werden.

Tatsache ist jedoch: fast jeder ist gezwungen, Konzessionen zu machen. Und das ist auch nicht weiter schlimm. Ich habe schon viele Zeremonien in relativ bescheidenem Ambiente gefeiert. Und vielleicht hätte mehr Geld die Hochzeit tatsächlich noch zusätzlich verschönern können.
 

.. und Geld kann schaden!

Noch öfter habe ich jedoch das Gegenteil erlebt: Paare, die sich eine Hochzeit gegönnt haben, die eigentlich ausserhalb ihrer Möglichkeiten lag. Nun ist es nicht grundsätzlich zu verurteilen, dass Menschen sich verschulden um ihren Traum zu verwirklichen. Viele Autobesitzer leasen ihre vier Räder ja auch und fast alle Eigenheimbesitzer konnten ihr schönes Haus nur dank einer Hypothek finanzieren.



Macht keine Schulden für ein Fest - auch wenn es eure Hochzeit ist!


Und dennoch rate ich ab, sich für die eigene Hochzeit zu verschulden. Denn während bei einem Hauskauf der Schuld ja immer auch ein Wert gegenübersteht, bleiben nach einem kreditfinanzierten Fest nur die Schulden übrig. Manche Paare überschätzen dann zusätzlich auch die finanziellen Zuwendungen, die ihnen von den Gästen zuteil werden. In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass nur gerade engste Familienmitglieder sehr grosszügig sind. Viele Gäste unterschätzen jedoch die finanziellen Kosten, die mit einer Hochzeit einhergehen, weshalb der finanzielle Zustupf dann auch eher gering ausfällt. Und wenn man etwas nicht will, ist es, die schönen Erinnerungen an die eigene Hochzeit mit dem Schatten hoher Schulden zu trüben.


Hier meine 5 besten Tipps für deine Hochzeit

- Setze ein Budget fest, das 20% unter euren Möglichkeiten liegt. Denn ich verspreche dir: die Hochzeit wird sowieso mindestens 20% teurer ausfallen als du jetzt vielleicht denkst.

- Denk dran: es ist Eure Feier! Gebt nicht (übermässig) Geld aus um irgendwem zu gefallen. Leute, die Euch gern haben, werden von eurer Hochzeit sowieso berührt sein. Und Menschen, die einem nicht wohlgesinnt sind, werden immer was zu mäkeln haben. Wobei man Geld spart, wenn man diese üblichen Verdächtigen gar nicht erst einlädt. ;-)

- Rechnet nicht damit, dass die Gäste eure Hochzeit finanzieren. Das kann nicht nur zu Enttäuschungen, sondern sogar zu Sorgen führen. Besser plant ihr ein etwas bescheideneres Fest. So werden die finanziellen Zuwendungen zum schönen Bonus.

- Pickt euch zwei, drei Dinge heraus, die euch besonders wichtig sind: Ist's der Fotograf? Die Zeremonie? Das Essen? Das Kleid? Die Location? Die Ringe? Fast niemand kann sich alles leisten wie er es sich wünscht. Aber fast jeder kann es sich leisten, in zwei oder drei Dingen ein bisschen unvernünftig zu agieren.

- Nur weil ein Fotograf, ein Caterer, ein Zeremonienleiter teurer ist, heisst das nicht, dass er besser ist. Investiert genügend Zeit um die Leute zu finden, die zu euch passen. Und im Falle eines Fotografen: seid nicht zu eitel um eine Drittperson hinzuzuziehen, die euch bei der Auswahl hilft. Denn es kann für einen Laien schwierig sein, aufgrund von ein paar Referenzen (in der Regel zeigt euch der Fotograf ja nur seine allerbesten Bilder) wirklich zu beurteilen, wie gut er ist. Beim Catering unbedingt probeessen und bei Zeremonienleiter und Wedding Planner am besten auf das Bauchgefühl (und die Referenzen) hören!

- Egal, wie aufwändig die Feier: nichts ersetzt ein strahlendes Brautpaar!


Und hier noch die Tipps 6-10

Nichts ersetzt ein strahlendes Brautpaar!
Nichts ersetzt ein strahlendes Brautpaar!
Nichts ersetzt ein strahlendes Brautpaar!
Nichts ersetzt ein strahlendes Brautpaar!
Nichts ersetzt ein strahlendes Brautpaar!

:-)