Wortmeldungen während einer Hochzeitszeremonie (Trauzeugen & Freunde)

Eins vorweg: es müssen nicht unbedingt die Trauzeugen selber das Wort ergreifen. Man sollte niemanden dazu zwingen. Allerdings kann es schon Sinn machen, sie zu überzeugen. Wenn die Menschen, die einen Redebeitrag machen, sehr nervös sind, ist das dann vielleicht nicht ganz so wortgewaltig und eloquent wie wenn ein Thomas Gottschalk an ihrer Statt eine Wortmeldung machen würde. Aber das Ziel eines Zeremonienleiters ist es schliesslich, möglichst viele Emotionen zu wecken, und das gelingt natürlich nie besser als wenn eine enge Verwandte oder der beste Freund aus der eigenen Komfortzone hinaustritt und zum Mikrofon greift. Wenn die Person stottert oder wenn sogar Tränen fliessen, werden die Worte nämlich zweitrangig: die Emotionen sind geweckt: Job erledigt. :-)

Eine gute Vorbereitung ist mehr als die halbe Zeremonie: Daniel Stricker vor Beginn einer Freien Trauung im Bad Bubendorf BL.

Eine gute Vorbereitung ist mehr als die halbe Zeremonie: Daniel Stricker vor Beginn einer Freien Trauung im Bad Bubendorf BL.

Damit ein Wortbeitrag so gut wie möglich wird, haben sich folgende drei Tipps bewährt, die quasi ein Mini-Drei-Akter nahelegen. (“Mini” weil der Redebeitrag ja nur etwa eine bis drei Minuten dauern soll.)

Jeder Wortbeitrag an einer Trauung beginnt mit einem Dank. Dem Dank, als Trauzeuge ausgewählt worden zu sein oder als Gast an dieser Trauung teilnehmen zu dürfen.

Danach folgt der Kern der Wortmeldung: die Anekdote(n). Der Redner erinnert an die gemeinsame Vergangenheit und erzählt, woran genau er erkannt hat, dass die beiden so gut zusammenpassen. Vielleicht hatte er zu Beginn auch einen zwiespältigen Eindruck des Partners? Dann kann man auch so frech sein, das zu erwähnen - vorausgesetzt natürlich man kriegt die Kurve - indem man beispielsweise sagt, dass man “ein Depp” gewesen ist und er später festgestellt hat, dass es gerade diese Eigenschaften (Unterschiede?) sind, die das Paar so toll miteinander funktionieren lässt.

Und um den Wortbeitrag abzurunden, wünscht man dem Brautpaar alles Gute für die Zukunft.

Ja, so einfach ist das.

Eine Warnung noch zum Schluss: die Wortbeiträge während einer Trauung sollten selbst verfasst sein. Gedichte sind selten gut. Gedichte von bekannten Schriftstellern sind sowieso Tabu. Aber auch Selbstverfasstes ist selten wirklich genial. Denn ein gutes Gedicht besteht aus mehr als sich reimenden Silben zum Schluss. Also lieber nicht übermässig kreativ sein wollen und ganz einfach das sagen, was man im Herzen trägt. Auch wenn es kitschig klingt: wenn ein Redebeitrag an einer Trauung von Herzen kommt, ist er immer gelungen. :-)