Interview über Verlust & Trauer

Die ehemalige Geschäftsführerin des Musiksenders MTV hat ein Buch über die Trauer geschrieben - und in diesem Zusammenhang SPIEGEL ONLINE ein Interview gegeben. Dieses finde ich sehr lesenswert. Insbesondere auch die Erkenntnis, dass jeder Mensch anders trauert und dies von den anderen immer respektiert werden sollte. Denn alle Regeln, wie und wie lange man zu trauern hat, sind am Ende nur oberflächlich. Jeder hat das Recht, einem Verstorbenen so lange nachzutrauern, wie er selber es als richtig empfindet. Was Familie und Freunde tun können, ist, aktiv Angebote an den Trauernden heranzutragen - und zu respektieren, wenn diese Angebote ausgeschlagen werden.

Eine Abdankung kann bestenfalls ein schöner Auftakt für die kommende schwere Trauerarbeit sein. Der Sinn einer Beerdigung besteht wohl vor allem aus zwei Dingen: Einerseits bietet es die Möglichkeit, in der Gemeinschaft, quasi "offiziell", von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Zum anderen kann es dazu beitragen, dass man den grossen Verlust überhaupt erst begreifen kann. Auch wenn eine würdige Abschiedsfeier traurig und schön sein kann: es kann die Trauerarbeit selbstredend nicht ersetzen sondern nur ein kleines bisschen dazu beitragen, den Verlust zu begreifen und (nur) langfristig kann eine schöne Abschiedsfeier mit dazu beitragen, den Verlust zu verarbeiten und den Weg zurück ins Leben zu finden.