Interview über Verlust & Trauer

Die ehemalige Geschäftsführerin des Musiksenders MTV hat ein Buch über die Trauer geschrieben - und in diesem Zusammenhang SPIEGEL ONLINE ein Interview gegeben. Dieses finde ich sehr lesenswert. Insbesondere auch die Erkenntnis, dass jeder Mensch anders trauert und dies von den anderen immer respektiert werden sollte. Denn alle Regeln, wie und wie lange man zu trauern hat, sind am Ende nur oberflächlich. Jeder hat das Recht, einem Verstorbenen so lange nachzutrauern, wie er selber es als richtig empfindet. Was Familie und Freunde tun können, ist, aktiv Angebote an den Trauernden heranzutragen - und zu respektieren, wenn diese Angebote ausgeschlagen werden.

Eine Abdankung kann bestenfalls ein schöner Auftakt für die kommende schwere Trauerarbeit sein. Der Sinn einer Beerdigung besteht wohl vor allem aus zwei Dingen: Einerseits bietet es die Möglichkeit, in der Gemeinschaft, quasi "offiziell", von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Zum anderen kann es dazu beitragen, dass man den grossen Verlust überhaupt erst begreifen kann. Auch wenn eine würdige Abschiedsfeier traurig und schön sein kann: es kann die Trauerarbeit selbstredend nicht ersetzen sondern nur ein kleines bisschen dazu beitragen, den Verlust zu begreifen und (nur) langfristig kann eine schöne Abschiedsfeier mit dazu beitragen, den Verlust zu verarbeiten und den Weg zurück ins Leben zu finden.

 

Wortmeldungen während einer Hochzeitszeremonie (Trauzeugen & Freunde)

Eins vorweg: es müssen nicht unbedingt die Trauzeugen selber das Wort ergreifen. Man sollte niemanden dazu zwingen. Allerdings kann es schon Sinn machen, sie zu überzeugen. Wenn die Menschen, die einen Redebeitrag machen, sehr nervös sind, ist das dann vielleicht nicht ganz so wortgewaltig und eloquent wie wenn ein Thomas Gottschalk an ihrer Statt eine Wortmeldung machen würde. Aber das Ziel eines Zeremonienleiters ist es schliesslich, möglichst viele Emotionen zu wecken, und das gelingt natürlich nie besser als wenn eine enge Verwandte oder der beste Freund aus der eigenen Komfortzone hinaustritt und zum Mikrofon greift. Wenn die Person stottert oder wenn sogar Tränen fliessen, werden die Worte nämlich zweitrangig: die Emotionen sind geweckt: Job erledigt. :-)

Eine gute Vorbereitung ist mehr als die halbe Zeremonie: Daniel Stricker vor Beginn einer Freien Trauung im Bad Bubendorf BL.

Eine gute Vorbereitung ist mehr als die halbe Zeremonie: Daniel Stricker vor Beginn einer Freien Trauung im Bad Bubendorf BL.

Damit ein Wortbeitrag so gut wie möglich wird, haben sich folgende drei Tipps bewährt, die quasi ein Mini-Drei-Akter nahelegen. (“Mini” weil der Redebeitrag ja nur etwa eine bis drei Minuten dauern soll.)

Jeder Wortbeitrag an einer Trauung beginnt mit einem Dank. Dem Dank, als Trauzeuge ausgewählt worden zu sein oder als Gast an dieser Trauung teilnehmen zu dürfen.

Danach folgt der Kern der Wortmeldung: die Anekdote(n). Der Redner erinnert an die gemeinsame Vergangenheit und erzählt, woran genau er erkannt hat, dass die beiden so gut zusammenpassen. Vielleicht hatte er zu Beginn auch einen zwiespältigen Eindruck des Partners? Dann kann man auch so frech sein, das zu erwähnen - vorausgesetzt natürlich man kriegt die Kurve - indem man beispielsweise sagt, dass man “ein Depp” gewesen ist und er später festgestellt hat, dass es gerade diese Eigenschaften (Unterschiede?) sind, die das Paar so toll miteinander funktionieren lässt.

Und um den Wortbeitrag abzurunden, wünscht man dem Brautpaar alles Gute für die Zukunft.

Ja, so einfach ist das.

Eine Warnung noch zum Schluss: die Wortbeiträge während einer Trauung sollten selbst verfasst sein. Gedichte sind selten gut. Gedichte von bekannten Schriftstellern sind sowieso Tabu. Aber auch Selbstverfasstes ist selten wirklich genial. Denn ein gutes Gedicht besteht aus mehr als sich reimenden Silben zum Schluss. Also lieber nicht übermässig kreativ sein wollen und ganz einfach das sagen, was man im Herzen trägt. Auch wenn es kitschig klingt: wenn ein Redebeitrag an einer Trauung von Herzen kommt, ist er immer gelungen. :-)

Wie strukturiert man eine spannende und berührende freie Trauung?

Ganz egal wie gross die Schreibkünste eines Zeremonienleiters sind: Wenn er die Rede schlecht strukturiert, wird sie nicht die erwünschte Wirkung entfalten. Die Struktur ist bei jeder Erzählform zentral. Das wussten schon die alten Griechen. Aber auch alle Bücher, TV-Serien, Spielfilme, Reden und sogar kurze Wortmeldungen und Witze funktionieren nur dann richtig gut, wenn der Aufbau des Textes sorgsam geplant ist.

Ich rate aus diesem Grund immer zu einem Dreiakter.

Erster Akt: Die gemeinsame Geschichte

Dies ist der für das Brautpaar aufwändigste Teil. Denn damit der Zeremonienleiter einen starken Text hat, muss er über die nötigen Informationen verfügen. Und diese erhält er selbstredend am besten vom Brautpaar selber. Um die Fakten zu erfahren, muss er quasi wie ein Journalist investigativ vorgehen. So eine Befragung dauert bei mir fast immer mindestens zwei Stunden. Doch die Arbeit lohnt sich! Denn die Gäste kommen ja zur Hochzeitszeremonie weil sie das Brautpaar kennen und mögen. Und wenn es dem Hochzeitsredner gelingt, Dinge zu erzählen, die weder der beste Kumpel des Bräutigams noch die Mutter der Braut schon kennt, hat er alles richtig gemacht. Und wenn er das mit der richtigen Prise Humor und Ernsthaftigkeit mischt, dann ist dieser erste Teil immer gelungen. (Ich pflege jeweils zu sagen, dass die Kunst des Zeremonienleiters darin besteht, den besten Kumpel nicht zu langweilen und gleichzeitig die Grossmutter nicht zu schockieren. Es ist leicht, niemanden zu langweilen, wenn man einfach Tabus bricht und Ungehöriges von sich gibt. Und es einfach, niemanden zu schockieren wenn man schilcht und einfach nur Gemeinplätze und Reingewaschenes von sich gibt. Die Mischung macht’s! Und wenn der Erzähler gut ist, kann er ruhig auch die Stolpersteine erwähnen. Zum Beispiel dass sie das Paar zwischendurch sogar mal getrennt hat. Denn alle wahrhaft romantischen Geschichten bestehen auch aus mindestens einer Krise. Aber um das zu tun, muss ein Hochzeitsredner sein Handwerk auch wirklich verstehen.

 

Zweiter Akt: Das gemeinsame Thema

Ein wunderschöner Ort für eine freie Trauung im Kanton Zürich ist die Moschti Stäfa. Unter dem Weiden-Pavillon findet gut 50 Leute Platz!

Ein wunderschöner Ort für eine freie Trauung im Kanton Zürich ist die Moschti Stäfa. Unter dem Weiden-Pavillon findet gut 50 Leute Platz!

Der erste Akt meiner freien Trauungen ist in der Regel schwungvoll, anekdotisch und durchaus auch lustig. Nein, keine Schenkelklopfer, kein schwarzer sondern ganz feiner Humor. Nur harmlose Witze über den Bräutigam und überhaupt keine Witze auf Kosten der Braut. (So zumindest meine Empfehlung.)

Gäste und Brautpaar haben ein paar Mal lachen können. Und das wollen sie in der Regel auch. Fast alle Paare sagen mir, dass sie sich eine lockere Trauung wünschen. Das freut mich, allerdings muss ich jeweils einschränken. Denn das Eheversprechen ist ja durchaus auch eine ernste Sache. Und damit das auch so empfunden wird, muss man zumindest vorübergehend auf Witze verzichten. Dazu ist der zweite Akt da. Es werden keine Anekdoten mehr erzählt sondern es wird ein kleines bisschen “philosophiert”. Aber Achtung: hier laufen auch geübte Redner Gefahr, einen - zumindest aus meiner Sicht - dicken Fehler zu machen. Ich rate stark davon ab, zu predigen oder die Welt zu erklären. Viele Redner sind selbstbewusst und meinen, dass sie der Welt etwas zu geben haben. Das mag auch stimmen. Aber meiner Meinung nach, ist das nicht der Moment. Meine Sicht der Dinge: die Gäste sind nicht gekommen, um meine Weisheiten zu hören oder sich missionieren zu lassen. (Bei freien Trauungen erst recht nicht.) Sondern sie sind gekommen, das Brautpaar zu feiern. Und drum sollte man in diesem Teil mit Ratschlägen zurückhaltend sein. Auf “Eherezepte” sollte ganz verzichtet werden. Damit das glückt, rate ich zu einem ganz kurzen zweiten Zeremonienteil: nur fünf bis acht Minuten.

 

Dritter Akt: Die ganze Action

Der Teppich ist ausgelegt, jetzt geht es an die Action. Ich lasse die beiden Trauzeugen (oder andere mutige Gäste) einen kurzen Wortbeitrag machen. Ich fordere das Brautpaar auf, sich ein Liebesbekenntnis auszusprechen. Ich lese ihnen die ausgewählten Fragen fürs Eheversprechen vor. Es folgt das Ja-Wort, dann der Tausch der Ringe und der Kuss. Und dann? Dann mach ich’s ganz, ganz kurz: nach weniger als einer Minute runde ich die Trauung ab indem ich das Paar beglückwünsche und allen weiterhin ein wunderschönes Fest wünsche. Die Leute sind dann fast erschrocken, dass es “schon vorbei” ist. Und das Brautpaar tritt den Auszug mit den grossen Gefühlen an, die jetzt ganz sicher noch durch sie strömen.

Fast alle Hochzeitsredner und Zeremonienleiter machen das nicht so. Sie reden weiter und weiter. Und weiter. Der Negativrekord, den ich als Gast erleben musste: nochmals 75 Minuten! Über zwei Stunden Trauung. Das ist keine Zeremonie, sondern eine Zumutung. Ein guter Redner weiss eben auch wann er schweigen soll. :-)

Der Musik-Leitfaden für die perfekte Freie Trauung

Die schönste Musik an einer Trauung ist immer live. Die grässlichste Musik an einer Trauung aber auch! :-)

Wenn Musiker ihr Handwerk verstehen, ist Live-Musik unschlagbar. Wenn aber der Vater der Braut seit 20 Jahren nicht mehr Geige gespielt hat, aber “für diesen besonderen Tag nochmals spielen will”, ist das nicht immer eine gute Idee. Denn es gibt nur eine Menschengruppe, die sich falsche Töne leisten kann: Kinder. Da ist es süss, wenn sie die Töne nicht treffen. Danach verfliegt der Charme des Laienhaften.

Live-Musik ist natürlich immer auch eine Budget-Frage: ich selber rate IMMER zu Musik. Wenn aber das Budget knapp ist, zögere ich nicht, dem Paar zu Musik ab CD respektive ab Speicherkarte zu empfehlen. Das ist dann vielleicht nicht immer gleich beeindruckend. Aber wenn man einen zweitklassigen Sänger an einer Freien Trauung zuhören muss, wie er einen Song von Leonard Cohen zerlegt, ist das sehr, sehr unschön. Dann hört man lieber gleich das Original.

Ich selber rate übrigens immer zu drei bis fünf Musikstücken - am liebsten sind mir vier. Das erste Lied spielt selbstverständlich zu Beginn der Trauung - zum Einzug der Braut (oder - im Falle eines gemeinsamen Einzugs - des Brautpaars). Die Trauung selber lasse ich am liebsten zweimal von Musik unterbrechen. Denn egal wie schön meine Worte sind: Zuhören ist ein intellektueller, eher anstrengender Akt und die Tränen kullern meistens erst wenn Musik erklingt. Das letzte Lied rundet die Hochzeitszeremonie ab und begleitet das Brautpaar während ihres Auszugs.

Mit keinem anderen Musiker habe ich mehr Zeremonien gemeinsam durchgeführt als mit Antonio Malinconico, einem wahren Meister der klassischen Gitarre. (www.antonio.ch)

Mit keinem anderen Musiker habe ich mehr Zeremonien gemeinsam durchgeführt als mit Antonio Malinconico, einem wahren Meister der klassischen Gitarre. (www.antonio.ch)

Wem vier Lieder zuviel sind, kann die Trauung auch nur einmal mit Musik unterbrechen. Wer fünf Lieder ausgesucht hat und beim besten Willen auf keines verzichten kann, hat zwei Möglichkeiten: Entweder werden zu Beginn zwei Lieder gespielt: das erste um den Ton der Zeremonie zu setzen, direkt gefolgt vom Lied zum Einzug der Braut. Oder er kann zum Schluss zwei Lieder spielen: das vierte Lied nachdem der Hochzeitsredner den Gästen ein schönes Hochzeitsfest gewünscht hat und das fünfte und letzte Lied spielt ebenfalls direkt danach zum Auszug. In diesem Fall steht das Brautpaar dann einfach während des vierten Liedes vorne und schaut sich abwechselnd Gäste und Musiker an. Wenn man diese Version wählt, kann man als letztes Lied ein Instrumentalstück wählen. Das hat dann die elegante Folge, dass man nicht einem Sänger oder einer Sängerin den Rücken kehrt. Zwar sind sich das die Hochzeitssänger gewohnt, und so ist das nun mal bei Hochzeitszeremonien. Aber wirklich elegant ist es eigentlich nicht, nicht wahr? :-)

© Daniel Stricker zeremoniar.ch

 

 

 

 

 

Abschiedsrede für eine Winkelspinne

Eine Freundin von mir auf Facebook hat einen wunderschönen Post auf Facebook gemacht über eine Abdankung. Die Rede hielt ihre 5-jährige Tochter Lena. Es freut mich, dass ich diesen Post weiterverbreiten darf:

Blacky, die dicke Winkelspinne vom Gartenspielhaus/Detektivzentrale, ist heute Vormittag von uns gegangen. Seit Beginn der Ferien war sie bei uns.

Nun haben wir gerade die Bachbestattung in der Streichholzschachtel hinter uns gebracht. Klingt vielleicht komisch, aber den Kindern war es ernst.

Irgendeine Winkelspinne (höchstwahrscheinlich nicht Blacky!)

Irgendeine Winkelspinne (höchstwahrscheinlich nicht Blacky!)

Ein bisschen schmunzeln musste ich aber schon, bei der Abschiedsrede meiner jüngsten Tochter:


"Liebe Blacky. Du warst für uns mehr als nur eine Spinne. [...] Es war so lustig wie du Oma zum Schreien gebracht hast. Hoffentlich vergisst du nicht, wie schön es war, als ich dich mit ins Wohnzimmer genommen habe und du aus deiner Becherlupe herausgeschaut hast.[...] Ich hätte dir so gerne noch den Keller gezeigt. Wir werden dich nie, nie vergessen. Leider haben wir kein Foto von dir, aber mit dem Herzen habe ich dich fotografiert. Ahoi, Blacky.
...Mama, gut, dass Blacky kein Pferd ist. Dafür wäre viel zu wenig Wasser im Bach."

Kinder. 

Wieviel kostet ein Zeremonienleiter in der Schweiz?

Wenn man einen Redner für eine Hochzeit oder eine Abdankung sucht, ist ein wichtiger Punkt natürlich der Preis. Es gibt hier ein sehr grosses Spektrum. Manche Zeremonienleiter verlangen für eine Zeremonie nur CHF 300 oder CHF 500. Andere wiederum kosten weit über CHF 2000.-. Was ist der Unterschied?

Natürlich kann man nicht sagen, dass ein teurerer Zeremonienleiter automatisch auch besser ist. Doch wenn ein Zeremonienleiter für eine Freie Trauung nur gerade CHF 500.- kostet, darf man nicht erwarten, dass man dafür eine individuell verfasste Rede von einem Meister seines Fachs erhält. Eine Zeremonie enthält in der Regel zwischen 3000 und 6000 Wörtern. Das lässt sich nun mal nicht in Stundenfrist schreiben.

Die ganz günstigen Zeremonienleiter sind entweder Pensionierte, die sich einen Zustupf verdienen oder die Langeweile vertreiben möchten. Oder schlicht und einfach sehr unerfahren. Denn ein Zeremonienleiter mit Berufserfahrung weiss, dass er niemals von seinem Beruf leben kann wenn er für eine Zeremonie nur CHF 500 oder CHF 700 Franken verrechnet. Denn wie sollte er seine Unkosten decken und dazu noch Einnahmen in die Werbung reinvestieren um seinen Namen bekannt zu machen?

Dazu kommen die Vorbereitungsarbeiten, die Fahrtwege sowie die Steuern und Lohnnebenkosten, die die meisten Zeremonienleiter als selbständig Erwerbende abführen müssen. Eine individuell verfasste Zeremonie lässt sich auch unter Zuhilfenahme moderner Kommunikationsmittel nicht unter zehn bis 15 Arbeitsstunden bewerkstelligen. Zwanzig Arbeitsstunden pro Zeremonie sind auch für einen erfahrenen Zeremonienleiter schnell erreicht - vorausgesetzt, er macht sich die Mühe, einen individuellen Text zu schreiben und auf Copy/Paste zumindest weitgehend verzichtet.

 

Die Kosten für einen vollberuflichen Zeremonienleiter betragen in der Schweiz rund CHF 2000.- (Bild von einer Hochzeitszeremonie auf dem Golfplatz Sempachersee. © zeremoniar.ch

Die Kosten für einen vollberuflichen Zeremonienleiter betragen in der Schweiz rund CHF 2000.- (Bild von einer Hochzeitszeremonie auf dem Golfplatz Sempachersee. © zeremoniar.ch

Die durchschnittlichen Kosten für eine Freie Trauung in der Schweiz beträgt CHF 1800.-. Für eine Abdankung werden im Schnitt ungefähr CHF 1100.- fällig. Die renommiertesten Zeremoniare kosten meist etwa 20% mehr, dafür erhält man dann in vielen Fällen einen echten Profi mit viel Berufserfahrung. Zeremonienleiter aus Zürich verrechnen meist mehr als Zeremonienleiter vom Land. Dies ist insofern gut zu wissen, als viele Zeremonienleiter mit einer Pauschale arbeiten. Ein Kunde aus Zürich, Bern oder Basel spart also unter Umständen Geld wenn er einen auswärtigen Zeremonienleiter bucht. Dass dieser vielleicht längere Fahrtwege auf sich nehmen muss, sind ja nicht die Sorge des Kunden - vorausgesetzt, er bucht einen Zeremoniar der schweizweit mit derselben Pauschale arbeitet.

Schwieriger ist es, das genaue Gehalt eines Zeremonienleiters zu berechnen, der nebst Fixum Fahrtwege und andere Spesen getrennt verrechnet - oder sogar vollumfänglich nach Aufwand Rechnung stellt. Für den Kunden mögen diese Angebote günstiger erscheinen - doch genau wissen kann er es nicht. Zumindest nicht bis die Rechnung ins Haus flattert. Und da hat es schon manch eine böse Überraschung gegeben. Im Zweifelsfall sollte man als Kunde drum mit dem Zeremonienleiter noch vor Auftragserteilung einen Fixpreis aushandeln - oder eben von Anfang an einen Zeremoniar wählen, der mit Pauschalen arbeitet. Denn die Vorbereitung ist ja eigentlich ein sehr schöner Teil einer Hochzeit, und dieser sollte nicht getrübt werden durch den Gedanken dass der Zeremonienleiter vielleicht nur darum so lange zu Besuch bleibt damit er am Ende des Tages eine Stunde mehr verrechnen kann.
 

Weitere Tipps rundum das sichere Buchen eines Zeremonienleiter habe ich als Experte beim Beobachter gegeben.


© zeremoniar.ch / Daniel Stricker

Der Leitfaden zur perfekten Sitzordnung während einer Freien Trauung

Nach den 5 wichtigsten Elementen für eine perfekte Freie Trauung ist dieser Punkt wohl der sechstwichtigste - und häufig viel zu wenig beachtet: das Setting von Bühne und Sitzreihen während einer Hochzeitszeremonie.

Anordnung der Sitzplätze für die Gäste

Die Sitzreihen bestehen in der Regel aus zwei Blöcken. Dazwischen wird ein Durchgang freigehalten für Ein- und Auszug des Brautpaars. Das hat sich bewährt. Gut möglich, dass diese Anordnung von den Kirchen übernommen wurden wo die Kirchenbänke ja fixiert und drum bei Hochzeiten zwingend übernommen werden mussten. Dagegen ist nichts einzuwenden. Ich empfehle meistens auch diese Bestuhlungsart.

Manchmal bieten sich aber auch nette Alternativen an. Zum Beispiel ist es möglich - und je nach Location sogar zwingend vorgegeben - dass das Brautpaar von der gegenüberliegenden Seite her zur Bühne schreitet. In diesem Fall macht es Sinn, auf den Gang zu verzichten - schliesslich sind die Mitteplätze ja auch die attraktivsten. Stattdessen lässt man die Hochzeitsgäste links und rechts dem Bestuhlungsblock entlang zu ihren Plätzen schreiten.

Ob man Stühle oder Bänke nimmt, ist Geschmacksache. In der Regel werden Stühle bevorzugt, da diese bequemer sind. Manchmal sind aber bereits Festbänke an der Location vorhanden, sodass es eine Budgetfrage ist ob man auf diese verzichten will und stattdessen Stühle ordert. Festbänke geben optisch nicht viel her, aber sobald man weisse Laken drüberlegt und an den Seiten ein klein wenig schmückt (mit Blumen, Ballons oder Herzen), fällt das nicht mehr auf.

 

Anordnung der Bühne

Bei religiösen Trauungen wendet sich das Brautpaar zumeist von den Gästen ab um sich Richtung Altar - also Gott - zuzuwenden. Denn natürlich sind die Gäste nicht gekommen um die Rücken des Brautpaars zu sehen. Bei einer Freien Trauung ist das zum Glück sowieso kein Problem. Da kann man sich voll an den Interessen und Wünschen der Menschen orientieren. Dass die Gäste nur den Rücken des Brautpaars zu sehen bekommen, wäre wohl einer der grössten Stimmungskiller überhaupt.

 

Doch das Brautpaar frontal zu den Gästen zu platzieren, ist ebenfalls nicht ideal. Die meisten Brautpaare fühlen sich unwohl dabei, weil sie sich ein wenig ausgestellt vorkommen. Drum empfehle ich das, was wir von zeremoniar.ch “Dreiecksanordung" nennen.

 

Dabei werden die Stühle das Brautpaars leicht seitlich platziert, der Zeremonienleiter stellt sich ein paar Meter neben dem Brautpaar auf. Die Stühle des Brautpaars sind weder voll auf die Gäste, noch voll auf den Zeremonienleiter ausgerichtet, sondern werden im 45-Grad-Winkel platziert, sodass das Paar einen gleichermassen guten Blick auf die Gäste und den Zeremonienleiter hat. So können alle alle ansehen - und die Emotionen können sich entfalten. Zwar ist der Zeremonientext der allerwichtigste Aspekt um Gefühle zu wecken, aber der direkte Blickkontakt wirkt als perfekter Verstärker. Das macht dem Zeremonienleiter die Arbeit leichter und die Trauung schöner.

 

Falls während der Trauung Live-Musik geplant ist, stellt man diese quasi in den Rücken des Zeremonienleiters, sodass der Zeremonienleiter die zentrale Position auf der Bühne einnimmt. Denn so kann der Zeremoniar während den Musikpausen einfach zwei, drei Schritte zurückgehen und das Brautpaar hat plötzlich - auf ganz elegante Weise - freien Blick auf die Musiker.

Beobachter-Artikel "Ritualbegleiter als Alternative"

Der 'Beobachter', die renommierte Schweizer Konsumenten- und Beratungszeitschrift, hat mich zurate gezogen um ihren Lesern Tipps zu geben, worauf bei der Wahl eines freien Zeremonienleiters zu beachten ist.

Abschrift

Sie suchen eine etwas andere Feier? Zeremoniar Daniel Stricker aus Tobel TG über Trauungen, Reden - und Honorare.


Suche

Eine erste Übersicht bietet www.zeremonienleiter.ch. Hier finden sich Angebote für Trauungen, Hochzeitsjubiläen, Partnerschaftssegnungen, freie Taufen, Namensgebungsfeiern oder Naturbestattungen. Wichtige Punkte beim Stöbern: Ist die Website professionell gestaltet und auf dem neusten Stand? Ist die Sprache präzis oder ausufernd, kitschig, welterklärerisch?


Auswahl

Wenn ein Anbieter oder eine Anbieterin sympathisch und kompetent erscheint, rufen Sie am besten an und lassen sich das Angebot erklären. “Da merkt man schnell, ob jemand für seine Arbeit brennt und man das Heu auf der gleichen Bühne hat”, sagt Zeremoniar Daniel Stricker. Fragen Sie auch Freunde und Bekannte, wen sie empfehlen würden. Wer in dieser Nische hauptberuflich bestehen kann, hat zufriedene Kunden, die gern Empfehlungen abgeben.


Anforderungen

Zeremonienleiter sollten gute Zuhörer und gute Autoren sein. sie verwenden nicht einfach Vorgefertigtes, sondern gestalten Feiern nach den Vorstellungen der Kunden. Die Geschichte, die Interessen und Leidenschaften des Brautpaars, der Eltern oder des Verstorbenen sollten im Zentrum stehen. Oft wünschen sich Kunden, dass etwa bei einer religionsneutralen Abdankung neben der Ritualbegleiter ein kirchlicher Vertreter ein paar Worte spricht. Solchen Wünschen sollte entsprochen werden.


Hintergrund

Viele Ritualbegleiter haben einen theologischen Werdegang. Für Daniel Stricker ist das aber kein ausschlaggebendes Kriterium. Für gute Reden und Reflexionen sei vielmehr literarische Bildung hilfreich, was geistliche Schriften meist einschliesse.


Kosten

Zeremonienleiter sind frei in ihrer Preisgestaltung. Nebenberufler verlangen 500 bis 1000 Franken, Profis kosten zwischen 1400 und 2400 Franken. Vorsicht: Einige Ritualbegleiter veranschlage ein Fixum und rechnen dann noch Kilometerkosten und Ähnliches dazu, was das Ganze intransparent macht. Zuverlässiger sind Pauschalen als Offerte: So gibt es keine bösen Überraschungen.


Herzlichen Dank an meine Kundinnen & Kunden

2015 war mein bisher erfolgreichstes Jahr. Dass mir von Jahr zu Jahr mehr Kundinnen und Kunden in ihren schönsten und schwersten Momenten die Leitung einer Zeremonie, anvertrauen, ist nicht selbstverständlich sondern eine Ehre - und im Falle von Trauungen und Willkommensgrüssen auch ein Vergnügen.

Dass mein Leben ein so schönes ist, verdanke ich zu einem guten Teil meiner Arbeit. Ich habe das Glück und das Privileg praktisch ausschliesslich für empathische, freundliche Menschen zu arbeiten. Aus diesem Grund bleibt meine Tätigkeit nicht nur mein Beruf sondern auch meine Leidenschaft.

Mein Kalender 2016 ist bereits jetzt gut gebucht, was es mir erlaubt, die jetzige Nebensaison ohne Sorgen zu geniessen. Zum Beispiel in Caserta (I) mit einem dicken Gelato. ;-)

Liebe Kundin, lieber Kunde, liebe Leserin, lieber Leser: ich wünsche Dir und Deiner Familie, dass 2016 ein Jahr wird, an dem Glück und Freude alles andere überwiegt.

Tobel TG, 28. Dezember 2015

Daniel Stricker

 

Ein Gelato auf meine Kundinnen & Kunden! :-)

Ein Gelato auf meine Kundinnen & Kunden! :-)